Zahnschmerzen – Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung

Eine gerötete, dicke Wange und pulsierende, dumpfe und pochende Schmerzen – für viele Menschen gehören Zahnschmerzen zu den unangenehmsten Beschwerden überhaupt. Doch nicht immer sind ein kranker Zahn oder Kieferprobleme die Ursache, sondern auch entzündete Nasennebenhöhlen können Zahnschmerzen hervorrufen. In ganz seltenen Fällen kann Zahnweh sogar ein Vorbote eines Herzinfarkts sein.

Grundlagen – wie arbeiten die Zähne des Menschen?

Das vollständig ausgebildete Gebiss eines Erwachsenen umfasst 32 Zähne. Die Hauptaufgabe der Zähne besteht darin, die täglich aufgenommene Nahrung zu zerkleinern. Der menschliche Zahn besteht aus einem sichtbaren Teil, der Zahnkrone, einem Zahnhals und einer Wurzel, die im Zahnfleisch verborgen ist. Die äußere Schicht, die den Zahn umhüllt, wird als Zahnschmelz bezeichnet und ist die härteste Substanz im menschlichen Körper.

Die kräftigen Kauwerkzeuge in unserem Mund sind lebendig und werden von zahlreichen Blutgefäßen und Nervenfasern versorgt. Die Nervenfasern dringen durch Kieferknochenöffnungen in die Zahnwurzel ein und liegen mitten im Zahnmark, der sogenannten Pulpa. Das Zahnmark wird umgeben von einem Schutzmantel aus Dentin und dem Zahnschmelz: Auf diese Weise werden äußere Einflüsse wie Wärme, Kälte und Nahrung vom Zahnmark ferngehalten.

Zahnschmerzen können ein Hinweis auf eine Zahnerkrankung sein. Insbesondere bei Erkrankungen wie Karies oder einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis) wird die Schutzbarriere durchbrochen und Erreger können ungehindert in das Zahninnere gelangen. Auf diese Weise resultieren Zahnschmerzen.

Zahnschmerzen und ihre Symptome

Zahnschmerzen sind bereits als Symptome anzusehen, die unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein können. Schmerzen lassen sich nach diesen drei Kriterien unterscheiden:

  • Intensität: Leichte bis starke Schmerzen
  • Individuelles Empfinden: Wie fühlen sich die Schmerzen an? Sind sie eher pochend, stechend, dumpf oder ziehend?
  • Häufigkeit: Treten die Schmerzen langanhaltend oder eher kurzzeitig auf?

Jeder Mensch empfindet Zahnschmerzen unterschiedlich. In vielen Fällen können Betroffene die Quelle des Schmerzes gar nicht exakt lokalisieren, da die Schmerzen großflächig ausstrahlen. Eiterbildung und entzündliche Prozesse können zudem zu einer Anschwellung der Wange und des Mundbereichs führen.

Zahnschmerzen werden in vielen Fällen von weiteren Beschwerden und Symptomen begleitet:

  • Zahnveränderungen – erkennbare Vertiefungen
  • Zahnfleischbluten – insbesondere beim Kauen harter Lebensmittel oder beim Zähneputzen
  • Zahnstein – dunkle Ablagerungen am unteren Zahn
  • Zahnverfärbungen – braune und gelbliche Verfärbungen
  • Frei liegende Zahnhälse – das Zahnfleisch zieht sich zurück
  • Empfindlichkeiten – heiße Speisen und kalte Getränke werden als äußerst unangenehm empfunden, ebenso harte und süße Speisen wie Brotkrusten oder Bonbons. Auch Luftzüge am Zahn rufen rasch Schmerzen hervor.
  • Abgeschlagenheit und Fieber – bei akuten Entzündungen
  • Konstante und heftige Schmerzen
  • Schwellung des Zahnfleischs
  • Mögliche Kopf-, Ohr- oder Nackenschmerzen

Zahnschmerzen sind in der Nacht häufig schlimmer

Leicht ziehende oder pochende Zahnschmerzen lassen sich tagsüber noch relativ gut ertragen. Sobald jedoch eine entspannte Schlafposition eingenommen wird und alltägliche Aufgaben von den Schmerzen nicht mehr ablenken, werden Zahnschmerzen von den meisten Betroffenen als äußerst quälend und unangenehm empfunden.

Warum sind Zahnschmerzen nachts intensiver?

Dies kann unterschiedliche Gründe haben:

  • Eine liegende Körperhaltung regt die Durchblutung des Kiefers und des Kopfes an. Dadurch bildet sich ein intensiverer Druck in den Blutgefäßen sowie im Nervensystem.
  • Die Wärme im Bett kann entzündliche Prozesse noch zusätzlich fördern.
  • Dem Hormonhaushalt kommt bei der Entstehung von Zahnschmerzen eine wichtige Rolle zu: Der Spiegel des schmerzhemmenden Hormons Cortisol sinkt in der Nacht auf ein Minimum ab und wird erst ab der zweiten Nachthälfte neu gebildet.
  • Zähneknirschen in der Nacht kann Schmerzen beim Kauen begünstigen. Die Zähne reiben sich ab und werden dauerhaft geschädigt. Zudem entsteht ein kontinuierlicher Druck auf den Zahnhalteapparat. Die Kiefermuskeln befinden sich in einer ständigen Anspannung. Spezielle zahnmedizinische Schienen helfen wirksam dabei, nächtliches Zähneknirschen zu reduzieren und zu vermeiden.

Ursachen und auslösende Faktoren

Jeder Zahnschmerz ist anders. Die konkrete Beschreibung des Schmerzes hilft die Ursache einzugrenzen. Grundsätzlich gilt: Bei Zahnschmerzen sollte umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden, um schnellstmöglich eine geeignete Behandlung einleiten zu können. Schmerzen können von unterschiedlichsten Faktoren ausgelöst werden wie Entzündungen im Mundraum oder eine mangelnde Mundhygiene. Eine gute Mund- und Zahnpflege ist von grundlegender Wichtigkeit, um die Zerstörung der Zahnsubstanz zu verhindern. Was einmal zerstört wurde, kann auf natürliche Weise nicht wieder ersetzt werden.

Mögliche Ursachen für Zahnschmerzen

Direkt vom Zahn ausgehende Ursachen:

  • Karies:
    Der Zahnschmelz wird von Plaque (einem Bakterienfilm) überzogen. Diese Bakterien wandeln Zucker zu Säure um. Im Anfangsstadium sind nur kleine Defekte am Zahnschmelz erkennbar. Anschließend ist das empfindsame Zahnbein betroffen.
    Plaque muss in regelmäßigen Zeitabständen entfernt werden, damit der Zahnschmelz keinen Schaden davonträgt und sich kein „Loch im Zahn“ bildet. Ein geschädigter Zahn reagiert insbesondere beim Genuss süßer, saurer, kalter und heißer Nahrungsmittel sehr empfindlich. Bakterien und Speisereste können nun ungehindert bis zum Zahnmark vordringen und dort schmerzhafte Reizungen hervorrufen. Karies gehört zu den am häufigsten vorkommenden Infektionskrankheiten unserer modernen Gesellschaft.
  • Schmelzdefekte:
    Säureangriffe können den Zahnschmelz massiv schädigen. Getränke wie Coca-Cola, Wein oder Fruchtsaft enthalten viele Säuren. Sie wirken sich nicht nur nachteilig auf die Zahngesundheit aus, sondern können zudem Sodbrennen und weitere Beschwerden hervorrufen.
  • Frei liegende Zahnhälse:
    Zahnstein oder falsche Putztechniken können ebenfalls Zahnfleischentzündungen hervorrufen. Das Zahnfleisch weicht zurück und es bilden sich Zahntaschen. Dadurch entstehen frei liegende und empfindliche Zahnhälse.
  • Zahnwurzelentzündung, Pulpitis:
    Entzündungen an der Zahnwurzel oder Karies können das Eindringen von Bakterien in das Zahninnere begünstigen. Dort können diese Bakterien Entzündungen hervorrufen oder den Zahn Nerv schädigen. Infolgedessen entstehen pulsierende und langanhaltende Zahnschmerzen. Diese müssen umgehend behandelt werden, um den Nerv vor dem Absterben zu schützen.
    Stirbt der Nerv ab, gehen auch die Schmerzen zurück. Die Entzündung kann jedoch bis zum Kieferknochen und zur Zahn-Wurzelspitze vorschreiten. In einem solchen Fall schmerzt der Zahn auch bei Druckeinwirkung von oben, beispielsweise beim Kauen.
    Auch eine fehlgeschlagene Wurzelbehandlung oder Verletzungen des Kieferknochens können Zahnwurzelentzündungen und somit Zahnschmerzen auslösen.
  • „Zahnen“ bei Säuglingen oder das Durchbrechen von Weisheitszähnen:
    Auch das Durchbrechen der ersten Zähne oder der Weisheitszähne kann Schmerzen hervorrufen.
  • Zahnfehlstellungen:
    Auch schiefe Zähne können zu Zahnschmerzen führen.
  • Unfälle:
    Ein kräftiger Schlag, zu heftiges Zubeißen oder ein Unfall können die Zähne stark beschädigen. Hierbei kann auch umliegendes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen werden. Infolgedessen entstehen oftmals Zahnschmerzen.
  • Mundtrockenheit:
    Durch die Einnahme bestimmter Medikamente oder im Alter kann es zu einer verminderten Speichelproduktion kommen. Dadurch entfällt ein äußerst bedeutsamer Schutz für die Zähne und das Risiko für Karies und diverse Zahnerkrankungen steigt.

Vom Zahnfleisch ausgehende Ursachen:

  • Parodontitis (Parodontose):
    Hier liegt eine Veränderung des Zahnhalteapparates vor. Infolge einer Parodontose können sich Zähne lockern, der Kieferknochen zurückziehen und Zahnschmerzen entstehen. Auch das Zahnfleisch zieht sich zurück, was zu freiliegenden Zahnhälsen und einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit führen kann. Die Parodontitis kann sich in dumpfen und nicht exakt lokalisierbaren Schmerzen äußern. Ein charakteristisches Anzeichen sind auch Schmerzen und Blutungen beim Zähneputzen.
  • Gingivitis:
    Plaques, Zahnstein und Bakterien lösen in vielen Fällen eine Zahnfleischentzündung aus. Das Zahnfleisch ist gereizt und gerötet. Es schmerzt und blutet leicht. Wenn es zurückweicht, kommt es zu freiliegenden Zahnhälsen. Schmerzende Zähne sind in einem solchen Fall keine Seltenheit.

Von den Nerven ausgehende Ursachen:

  • Wärme, Druck und Kälte:
    Diese Auslöser können Zahnschmerzen hervorrufen, die jedoch sehr rasch wieder abklingen.
  • Entzündung der Nerven im Kiefer- und Gesichtsbereich:
    Diverse Nerven versorgen den menschlichen Unter- und Oberkiefer. Der Hauptnerv „Trigeminus“, der sogenannte fünfte Gesichtsnerv, versorgt auch die Zähne. Eine Entzündung dieses Nervs kann sehr starke Zahnschmerzen hervorrufen.
  • Gürtelrose (Herpes zoster):
    Diese Virusinfektion kann auch auf der Gesichtshaut auftreten und starke Schmerzen an den Zähnen hervorrufen.

Auf die Zähne ausstrahlende Schmerzen:

In einigen Fällen können auch naheliegende Körperregionen betroffen sein. Der ausstrahlende Schmerz kann sich dann häufig in Zahnschmerzen äußern.

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis):
    Die oberen Backenzähne befinden sich anatomisch in der Nähe der Nasennebenhöhle. Eine Sinusitis kann sich in vielen Fällen bis zur Zahnwurzel ausbreiten und starke Schmerzen hervorrufen.
  • Herzinfarkt:
    Ein Herzinfarkt verursacht in vielen Fällen intensive Schmerzen vom hinteren Brustbein bis in die linke Schulter und den linken Arm. Auch bis zum Unterkiefer können die Schmerzen ausstrahlen.
  • Mittelohrentzündung:
    Auch eine Mittelohrentzündung kann häufig bis zu den Zähnen oder in den Kiefer ausstrahlen.
  • Migräne und Kopfschmerzen:
    Einseitige und pochende Kopfschmerzen können oftmals auch die Zähne betreffen. Migränepatienten klagen häufig über sogenannte Phantomschmerzen, die sich nach dem Ziehen eines Zahnes bemerkbar machen können.
  • Kieferprobleme:
    Ein Kieferabszess oder eine „Abnutzung“ des Kiefergelenks kann ebenfalls Zahnschmerzen verursachen.

Mechanische Ursachen für Zahnschmerzen:

  • Zahnbehandlung:
    Nach einem Zahnarztbesuch sind Zahnschmerzen keine Seltenheit. Ganz egal ob es sich um eine Kariesbehandlung, eine professionelle Zahnreinigung oder ein Bleaching handelt, das Zahnfleisch und die Zähne können von der Behandlung oftmals gereizt sein. Diese Beschwerden klingen jedoch meisten sehr rasch wieder ab.
  • Zahnprothesen:
    Auch eine schlecht sitzende Zahnprothese kann eine Ursache für schmerzende Zähne sein.
  • Zähneknirschen:
    Viele Menschen knirschen mit den Zähnen, wenn sie unter Stress stehen. Dies ist jedoch eine sehr große Belastung für die Kauwerkzeuge. Nächtliches Zähneknirschen kann die Zähne massiv schädigen.
  • Zahnspangen:
    Auch eine kieferorthopädische Behandlung kann Zahnschmerzen verursachen. Dies ist bis zu einem bestimmten Grad völlig normal. Eine schlecht sitzende Zahnspange kann jedoch langanhaltende Schmerzen verursachen. In einem solchen Fall sollte ein Kieferorthopäde aufgesucht werden, um die Spange neu einzustellen.

Der Genuss bestimmter Lebensmittel kann ebenfalls Zahnschmerzen verursachen. Sehr süße, kalte oder heiße Nahrungsmittel können vor allem schmerzempfindlichen Zähnen stark zusetzen. Aber auch säurehaltige Lebensmittel wie Früchte oder Salatdressings können zu Schmerzen führen.

Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Zahnschmerzen können von diversen Ursachen hervorgerufen werden. Aus diesem Grund gibt es auch eine Vielzahl an Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten. An erster Stelle steht immer eine zahnmedizinische Untersuchung.

Wenn Karies die Ursache für die Schmerzen ist, muss der Zahnarzt die betroffene Stelle vorsichtig aufbohren, den Zahn behandeln und ihn anschließend mit einer Füllung verschließen. Liegt eine Parodontitis vor, befreit der Arzt die Wurzel- und Zahnoberflächen von Plaques und Verunreinigungen. Ist der Zahn Nerv beschädigt oder entzündet, ist eine Wurzelbehandlung häufig die beste Lösungsvariante.

Sehr viele Menschen haben Angst vor dem Gang zum Zahnarzt. Dank äußerst wirksamer Betäubungsmittel spüren Patienten heutzutage jedoch kaum mehr was von der zahnärztlichen Behandlung.

Zahnschmerzen können in einigen Fällen auch mit Schmerzmitteln behandelt werden. In diesem Zusammenhang ist es jedoch sehr wichtig, die Dosierung genau zu beachten: Vor allem bei Kindern, Jugendlichen, schwangeren Frauen und älteren Menschen muss besonders achtsam vorgegangen werden.

Können bei unbehandelten Zahnschmerzen Komplikationen entstehen?

Zahnschmerzen sollten immer behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Bleiben die Ursachen unbehandelt, kann es zu weiteren Komplikationen und zu einer Intensivierung der Schmerzen kommen. Im schlimmsten Fall kann der Zahn so starke Schäden davontragen, dass er nicht mehr gerettet werden kann. Die einzig verbleibende Möglichkeit ist einem solchen Fall, den Zahn zu entfernen.

Die den Zahnschmerzen zugrundeliegenden Ursachen können zudem die Mundhygiene beeinträchtigen. In vielen Fällen kann es zu einem faulen oder unangenehmen Mundgeruch kommen. Insbesondere für die Betroffenen ist das sehr unangenehm und sie ziehen sich aus dem sozialen Umfeld zurück.

Zahnschmerzen – Diagnose

Zahnschmerzen müssen immer gemäß ihrer Ursache behandelt werden. Das bedeutet, dass der Arzt den Auslöser für die Schmerzen ermitteln und entsprechend therapieren muss.

Der Zahnarzt übt sanft Druck auf einzelne Zähne aus und versucht dadurch den Schmerz zu lokalisieren. Auch ein Kältetest kann sehr hilfreich sein, um die Sensibilität der Zähne zu überprüfen: Hierfür wird Kältespray auf ein Wattestäbchen auftragen und kurz an den betroffenen Zahn gehalten. Liegt eine Entzündung oder Reizung des Nervs vor, reagiert der Betroffene auf diesen Kältereiz häufig mit sehr starken Schmerzen.

Ein sehr wichtiger Hinweis kann auch das Ausbleiben einer Reaktion auf den Kältereiz sein. In einem solchen Fall kann es sein, dass der Nerv des Zahnes durch Entzündungsprozesse oder Karies bereits sehr schwer geschädigt oder gar abgestorben ist.

Zahnschmerzen – Natürliche und wirksame Hausmittel zur Linderung der Beschwerden

  1. Kühlung mit Eisbeuteln:
    Ein Kühlbeutel mit Eis kann Zahnschmerzen wirksam lindern. Für den Fall, dass Sie keinen Eisbeutel vorrätig haben, können Sie auch eine Flasche mit eiskaltem Wasser auffüllen und vorsichtig an die entsprechende Mundpartie drücken. Die Kälte wirkt wie eine Betäubung. Wärme sollten Sie bei Zahnschmerzen dagegen vermeiden, denn das würde nur zu einer Intensivierung der Schmerzen führen.
  2. Zwiebelsäckchen:
    Eine zerkleinerte Zwiebel hat eine antibakterielle Wirkung. Sie hilft nicht nur äußerst wirksam bei Ohrenschmerzen, sondern auch bei schmerzenden Zähnen. Schneiden Sie hierfür eine Zwiebel in kleine Stücke, legen Sie diese in ein Taschentuch oder einen Waschlappen und halten Sie sie von außen an die schmerzende Stelle. Falls Sie keine Zwiebel zur Hand haben, können Sie auch eine kleine Knoblauchzehe nehmen und fein hacken.
  3. Kräutertee als Mundspülung:
    Eine Mundspülung mit Salbei- oder Kamillentee kann schmerzlindernd wirken. Diese Teesorten eignen sich sehr gut für die Behandlung von Zahnschmerzen, da sie eine antibakterielle Wirkung haben. Salbei ist ein bewährtes Hausmittel und erzielt insbesondere bei der Behandlung von Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen sehr gute Resultate. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Salbei direkt auf die entzündete Stelle gegeben wird. Der Tee kann wie üblich genossen oder als Mundspülung verwendet werden. Auch Grün- oder Schwarztee ist sehr gut zur Schmerzlinderung geeignet.
  4. Salzlösungen:
    Mit einer selbstgemachten Salzlösung können Zahnschmerzen wirksam gelindert werden. Hierzu wird Salz in einem Glas mit lauwarmem Wasser aufgelöst. Trinken Sie die Salzlösung bitte nicht, sondern verwenden Sie sie ausschließlich als Mundspülung. Gurgeln Sie maximal zwei Minuten lang damit und spülen Sie anschließend den Mund gut aus. Salz hat eine antibakterielle und heilende Wirkung: Es zieht die Bakterien und Erreger aus der infizierten Stelle heraus und löst unangenehme Spannungen auf. Zur natürlichen Linderung von Halsschmerzen können Sie auch Mundspülungen mit Schargarbentee, Honigklee oder Steinklee verwenden. Auch Rosmarinblätter zum Kauen entfalten eine angenehm schmerzlindernde Wirkung.
  5. Teebaumöl oder Nelkenöl:
    Nelkenöl ist ein wirksames Hausmittel bei der Behandlung bakterieller Entzündungen im Mundraum und wirkt zudem antiseptisch und desinfizierend. Tupfen Sie einige Nelkenöltropfen auf den schmerzenden Zahn. Alternativ können Sie auch auf einer Gewürznelke kauen. Nach einigen Minuten wird das Nelkenöl freigesetzt und kann seine vollständige Wirkung entfalten. Diese natürliche Behandlungsmethode eignet sich vor allem für Personen mit schmerzempfindlichen Zähnen. Auch gut verdünntes Teebaumöl kann auf natürliche Weise schmerzlindernd wirken.
  6. Frische Wirsingblätter:
    Wirsing enthält gewisse Enzyme, die eine abschwellende Wirkung haben. Verwenden Sie im Idealfall frische Wirsingblätter und wickeln Sie diese in ein feuchtes Leinentuch ein. Halten Sie das Tuch an die schmerzende Stelle: Nach ungefähr dreißig Minuten lassen die Schmerzen nach.
  7. Ruhe:
    Wenn Sie unter Zahnschmerzen leiden, sollten Sie dem Körper ausreichend Ruhe gönnen.

Die wirksamsten Hausmittel im Überblick – was hilft wann?

  • Problem – Zahnschmerzen durch Karies:
    Schmerzstillendes Hausmittel: Kauen einer Gewürznelke, Mundspülung aus verdünntem Bienenharz (Propolis).
  • Problem – Zahnschmerzen nach einer zahnärztlichen Behandlung:
    Hausmittel: Kauen Sie eine Gewürznelke.
  • Problem – Entzündeter Zahn Nerv:
    Hausmittel: Kühlen Sie die betroffene Stelle mit Eis.
  • Problem – Schmerzende Zähne nach einer Wurzelbehandlung:
    Hausmittel: Eine Kühlung verschafft wirksame Schmerzlinderung.
  • Problem – Zahndurchbruch bei Kindern:
    Hausmittel: Salbei- und Kamillentee.
  • Problem – Zahnfleischentzündung:
    Hausmittel: Mundspülung mit Salbei, verdünntem Teebaumöl, Thymian, Kamille oder Kapuzinerkresse.

Zahnschmerzen wirksam vorbeugen

Zahlreiche Zahnschäden und Entzündungen lassen sich durch eine sorgfältige Mundhygiene und Pflege wirksam vorbeugen.
Mit folgenden Maßnahmen tun Sie Ihrem Mund und Ihren Zähnen etwas richtig Gutes:

  • Putzen Sie zwei Mal am Tag Ihre Zähne – vom Zahnfleisch in Richtung Zahn.
  • Verwenden Sie regelmäßig Mundwasser.
  • Verwenden Sie regelmäßig Zahnseide zum Reinigen der Zahnzwischenräume.
  • Verwenden Sie bei Kampfsportarten wie beispielsweise Boxen einen Zahnschutz.
  • Essen Sie möglichst wenige zuckerhaltige Lebensmittel und schränken Sie auch den Genuss bestimmter Obstsorten ein: Bananen enthalten beispielsweise viel Fruchtzucker, der bei übermäßigem Verzehr den Zähnen zusetzen kann.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Kalziumzufuhr. Bauen Sie kalziumhaltige Nahrungsmittel fest in den Speiseplan ein: Milchprodukte oder grünes Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl sind ideale Kalziumlieferanten. Sie sorgen für starke und gesunde Zähne.
  • Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt.

Wer ist besonders häufig von Zahnschmerzen betroffen?

Zahnschmerzen bei Säuglingen – „Zahnen“

Babys zeigen charakteristische Symptome, wenn sie ihre Zähnchen bekommen:

  • Der Säugling schreit häufiger und schläft unruhig.
  • Das Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen.
  • Das Baby steckt Gegenstände in den Mund und kaut darauf.
  • Die Wangen des Babys sind warm und gerötet.
  • Durchfall kommt häufiger vor und der Po des Kindes ist häufig gerötet.
  • Das Kind sucht noch intensiveren Körperkontakt.
  • Verminderter Appetit.

Manche Kinder bekommen ihre ersten Zähnchen völlig stressfrei. Für andere Babys ist das Zahnen dagegen eine sehr aufreibende Zeit: Vor allem Eltern kämpfen in dieser Zeit auch mit viel Geschrei und wenig Schlaf. In einem solchen Fall ist es äußerst wichtig Geduld zu haben und das Kind so liebevoll wie nur möglich zu unterstützen.

Was hilft dem Baby gegen die ersten Zahnschmerzen?

  • Geben Sie dem Kind einen gekühlten Beißring: Das Kauen lindert wirksam das Spannungsgefühl. Auch eine Stückchen härtere Brotrinde, Apfel- oder Karottenstücke eignen sich sehr gut zum Kauen.
  • Spezielle Fingerlinge mit Noppen massieren das Zahnfleisch und sind somit sehr wohltuend für das Baby.
  • Kamillen- und Salbeitee.
  • Bei sehr starken Schmerzen kann ein Zahnungsgel mit Lokalanästhetika verwendet werden. Dieses Gel ist keinesfalls für den Dauergebrauch geeignet!
  • Auch ein Zahnungsgel mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung kann zum Einsatz kommen.

Zahnschmerzen bei Kindern

Der Auslöser von schmerzenden Zähnen bei Kindern ist häufig Karies. Milchzähne sind öfter von Karies betroffen, als generell angenommen wird. Muttermilch hat einen relativ hohen Zuckeranteil und ist für die ersten Zähnchen eher ungünstig. Gesüßte Getränke in der Nuckel-Flasche des Kindes setzen den Zähnen noch mehr zu.
Auch Säfte mit der Aufschrift „ohne Zuckerzusatz“ sind nicht ganz unbedenklich: Diese enthalten oftmals zusätzliche Säuren und hohe Mengen an Fruchtzucker. Im Idealfall soll das Baby ungesüßten Kräutertee oder stilles Wasser trinken.

Milchzähne sind nicht in gleicher Weise aufgebaut wie bleibende Zähne. Die härteste Zahnschicht, der Zahnschmelz, ist bei den Milchzähnen noch wesentlich dünner. Dadurch sind Milchzähne wesentlich anfälliger für Karies als bleibende Zähne. Es gibt jedoch keinen Unterschied zwischen Karies an bleibenden oder an Milchzähnen.

Zahnschmerzen in der Schwangerschaft

Insbesondere langanhaltende Zahnschmerzen können in der Schwangerschaft für dauerhaften Stress und einen hohen Cortisolspiegel sorgen. Diverse Studien konnten nachweisen, dass ein erhöhter Spiegel des Stresshormons Cortisol das Fruchtwasser der Mutter signifikant verändern kann. Dies kann einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes haben. Aus diesem Grund ist es vor allem in der Schwangerschaft wichtig, Stress zu vermeiden.

Der veränderte Hormonhaushalt bewirkt bei vielen schwangeren Frauen Zahnfleischentzündungen oder die sogenannte Schwangerschafts-Gingivitis. Durch derartige Entzündungen kann es zu Schwellungen und Blutungen des Zahnfleischs kommen. Es bilden sich Zahnfleischtaschen in denen sich Plaque festsetzen kann. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, eine Gingivitis rechtzeitig zu behandeln. Ist dies nicht der Fall, können die festgesetzten Beläge Entzündungen am Zahnknochen hervorrufen.

Auch in der Schwangerschaft ist es äußerst wichtig, auf eine sehr gute Mundhygiene zu achten. Des Weiteren sollte in regelmäßigen Zeitabständen ein Zahnarzt zur Kontrolle aufgesucht werden. Besonders empfehlenswert sind auch professionelle Zahnreinigungen: Diese sind komplett schmerzfrei und beeinträchtigen das ungeborene Kind überhaupt nicht.
Sobald Zahnschmerzen auftreten, sollte sofort der Gang zum Zahnarzt stattfinden, um eine geeignete Therapie in die Wege leiten zu können.
Der Arztbesuch sollte in einem solchen Fall nicht unnötig herausgezögert werden, denn unbehandelte Zahnschmerzen sind sowohl für die Mutter, als auch für das ungeborene Baby sehr unangenehm.
Die moderne Zahnmedizin hat heute eine Vielzahl an Betäubungswirkstoffen, die völlig unschädlich für das ungeborene Kind sind.

Röntgenaufnahmen während der Schwangerschaft:

Die heutige Röntgentechnik mit einem ordnungsgemäßen Schutz vor Strahlung (Bleischürze) gilt auch für schwangere Frauen als völlig unbedenklich. Eine digitale Zahnfilmaufnahme ist daher absolut unproblematisch. Dennoch sollten Röntgenuntersuchungen in der Schwangerschaft nur bei zwingender ärztlicher Indikation durchgeführt werden. Diese Grundregel gilt vor allem für die ersten drei Schwangerschaftsmonate.

Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft:

Zahnschmerzen sollten in der Schwangerschaft nur im äußersten Notfall mit Schmerzmitteln behandelt werden. Bevor schmerzstillende Medikamente eingenommen werden, sollte unbedingt der behandelte Arzt zu Rate gezogen werden. Auch frei verkäufliche Präparate enthalten Wirkstoffe, die nicht völlig unbedenklich für das ungeborene Baby sind.