Zahnschmerzen – Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung

Eine gerötete, dicke Wange und pulsierende, dumpfe und pochende Schmerzen – für viele Menschen gehören Zahnschmerzen zu den unangenehmsten Beschwerden überhaupt. Doch nicht immer sind ein kranker Zahn oder Kieferprobleme die Ursache, sondern auch entzündete Nasennebenhöhlen können Zahnschmerzen hervorrufen. In ganz seltenen Fällen kann Zahnweh sogar ein Vorbote eines Herzinfarkts sein.

Symptome von Zahnschmerzen

Zahnschmerzen sind bereits als Symptome anzusehen, die unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein können. Schmerzen lassen sich nach diesen drei Kriterien unterscheiden:

  • Intensität: Leichte bis starke Schmerzen
  • Individuelles Empfinden: Wie fühlen sich die Schmerzen an? Sind sie eher pochend, stechend, dumpf oder ziehend?
  • Häufigkeit: Treten die Schmerzen langanhaltend oder eher kurzzeitig auf?

Jeder Mensch empfindet Zahnschmerzen unterschiedlich. In vielen Fällen können Betroffene die Quelle des Schmerzes gar nicht exakt lokalisieren, da die Schmerzen großflächig ausstrahlen. Eiterbildung und entzündliche Prozesse können zudem zu einer Anschwellung der Wange und des Mundbereichs führen.

Zahnschmerzen werden in vielen Fällen von weiteren Beschwerden und Symptomen begleitet:

  • Zahnveränderungen – erkennbare Vertiefungen
  • Zahnfleischbluten – insbesondere beim Kauen harter Lebensmittel oder beim Zähneputzen
  • Zahnstein – dunkle Ablagerungen am unteren Zahn
  • Zahnverfärbungen – braune und gelbliche Verfärbungen
  • Frei liegende Zahnhälse – das Zahnfleisch zieht sich zurück
  • Empfindlichkeiten – heiße Speisen und kalte Getränke werden als äußerst unangenehm empfunden, ebenso harte und süße Speisen wie Brotkrusten oder Bonbons. Auch Luftzüge am Zahn rufen rasch Schmerzen hervor.
  • Abgeschlagenheit und Fieber – bei akuten Entzündungen
  • Konstante und heftige Schmerzen
  • Schwellung des Zahnfleischs
  • Mögliche Kopf-, Ohr- oder Nackenschmerzen

Zahnschmerzen sind in der Nacht häufig schlimmer

Leicht ziehende oder pochende Zahnschmerzen lassen sich tagsüber noch relativ gut ertragen. Sobald jedoch eine entspannte Schlafposition eingenommen wird und alltägliche Aufgaben von den Schmerzen nicht mehr ablenken, werden Zahnschmerzen von den meisten Betroffenen als äußerst quälend und unangenehm empfunden.

Ursachen und auslösende Faktoren

Jeder Zahnschmerz ist anders. Die konkrete Beschreibung des Schmerzes hilft die Ursache einzugrenzen. Grundsätzlich gilt: Bei Zahnschmerzen sollte umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden, um schnellstmöglich eine geeignete Behandlung einleiten zu können. Schmerzen können von unterschiedlichsten Faktoren ausgelöst werden wie Entzündungen im Mundraum oder eine mangelnde Mundhygiene. Eine gute Mund- und Zahnpflege ist von grundlegender Wichtigkeit, um die Zerstörung der Zahnsubstanz zu verhindern. Was einmal zerstört wurde, kann auf natürliche Weise nicht wieder ersetzt werden.

Mögliche Ursachen für Zahnschmerzen

Direkt vom Zahn ausgehende Ursachen:

  • Karies:
    Der Zahnschmelz wird von Plaque (einem Bakterienfilm) überzogen. Diese Bakterien wandeln Zucker zu Säure um. Im Anfangsstadium sind nur kleine Defekte am Zahnschmelz erkennbar. Anschließend ist das empfindsame Zahnbein betroffen.
    Plaque muss in regelmäßigen Zeitabständen entfernt werden, damit der Zahnschmelz keinen Schaden davonträgt und sich kein „Loch im Zahn“ bildet. Ein geschädigter Zahn reagiert insbesondere beim Genuss süßer, saurer, kalter und heißer Nahrungsmittel sehr empfindlich. Bakterien und Speisereste können nun ungehindert bis zum Zahnmark vordringen und dort schmerzhafte Reizungen hervorrufen. Karies gehört zu den am häufigsten vorkommenden Infektionskrankheiten unserer modernen Gesellschaft.
  • Schmelzdefekte:
    Säureangriffe können den Zahnschmelz massiv schädigen. Getränke wie Coca-Cola, Wein oder Fruchtsaft enthalten viele Säuren. Sie wirken sich nicht nur nachteilig auf die Zahngesundheit aus, sondern können zudem Sodbrennen und weitere Beschwerden hervorrufen.
  • Frei liegende Zahnhälse:
    Zahnstein oder falsche Putztechniken können ebenfalls Zahnfleischentzündungen hervorrufen. Das Zahnfleisch weicht zurück und es bilden sich Zahntaschen. Dadurch entstehen frei liegende und empfindliche Zahnhälse.
  • Zahnwurzelentzündung, Pulpitis:
    Entzündungen an der Zahnwurzel oder Karies können das Eindringen von Bakterien in das Zahninnere begünstigen. Dort können diese Bakterien Entzündungen hervorrufen oder den Zahn Nerv schädigen. Infolgedessen entstehen pulsierende und langanhaltende Zahnschmerzen. Diese müssen umgehend behandelt werden, um den Nerv vor dem Absterben zu schützen.
    Stirbt der Nerv ab, gehen auch die Schmerzen zurück. Die Entzündung kann jedoch bis zum Kieferknochen und zur Zahn-Wurzelspitze vorschreiten. In einem solchen Fall schmerzt der Zahn auch bei Druckeinwirkung von oben, beispielsweise beim Kauen.
    Auch eine fehlgeschlagene Wurzelbehandlung oder Verletzungen des Kieferknochens können Zahnwurzelentzündungen und somit Zahnschmerzen auslösen.
  • „Zahnen“ bei Säuglingen oder das Durchbrechen von Weisheitszähnen:
    Auch das Durchbrechen der ersten Zähne oder der Weisheitszähne kann Schmerzen hervorrufen.
  • Zahnfehlstellungen:
    Auch schiefe Zähne können zu Zahnschmerzen führen.
  • Unfälle:
    Ein kräftiger Schlag, zu heftiges Zubeißen oder ein Unfall können die Zähne stark beschädigen. Hierbei kann auch umliegendes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen werden. Infolgedessen entstehen oftmals Zahnschmerzen.
  • Mundtrockenheit:
    Durch die Einnahme bestimmter Medikamente oder im Alter kann es zu einer verminderten Speichelproduktion kommen. Dadurch entfällt ein äußerst bedeutsamer Schutz für die Zähne und das Risiko für Karies und diverse Zahnerkrankungen steigt.

Vom Zahnfleisch ausgehende Ursachen:

  • Parodontitis (Parodontose):
    Hier liegt eine Veränderung des Zahnhalteapparates vor. Infolge einer Parodontose können sich Zähne lockern, der Kieferknochen zurückziehen und Zahnschmerzen entstehen. Auch das Zahnfleisch zieht sich zurück, was zu freiliegenden Zahnhälsen und einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit führen kann. Die Parodontitis kann sich in dumpfen und nicht exakt lokalisierbaren Schmerzen äußern. Ein charakteristisches Anzeichen sind auch Schmerzen und Blutungen beim Zähneputzen.
  • Gingivitis:
    Plaques, Zahnstein und Bakterien lösen in vielen Fällen eine Zahnfleischentzündung aus. Das Zahnfleisch ist gereizt und gerötet. Es schmerzt und blutet leicht. Wenn es zurückweicht, kommt es zu freiliegenden Zahnhälsen. Schmerzende Zähne sind in einem solchen Fall keine Seltenheit.

Von den Nerven ausgehende Ursachen:

  • Wärme, Druck und Kälte:
    Diese Auslöser können Zahnschmerzen hervorrufen, die jedoch sehr rasch wieder abklingen.
  • Entzündung der Nerven im Kiefer- und Gesichtsbereich:
    Diverse Nerven versorgen den menschlichen Unter- und Oberkiefer. Der Hauptnerv „Trigeminus“, der sogenannte fünfte Gesichtsnerv, versorgt auch die Zähne. Eine Entzündung dieses Nervs kann sehr starke Zahnschmerzen hervorrufen.
  • Gürtelrose (Herpes zoster):
    Diese Virusinfektion kann auch auf der Gesichtshaut auftreten und starke Schmerzen an den Zähnen hervorrufen.

Auf die Zähne ausstrahlende Schmerzen:

In einigen Fällen können auch naheliegende Körperregionen betroffen sein. Der ausstrahlende Schmerz kann sich dann häufig in Zahnschmerzen äußern.

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis):
    Die oberen Backenzähne befinden sich anatomisch in der Nähe der Nasennebenhöhle. Eine Sinusitis kann sich in vielen Fällen bis zur Zahnwurzel ausbreiten und starke Schmerzen hervorrufen.
  • Herzinfarkt:
    Ein Herzinfarkt verursacht in vielen Fällen intensive Schmerzen vom hinteren Brustbein bis in die linke Schulter und den linken Arm. Auch bis zum Unterkiefer können die Schmerzen ausstrahlen.
  • Mittelohrentzündung:
    Auch eine Mittelohrentzündung kann häufig bis zu den Zähnen oder in den Kiefer ausstrahlen.
  • Migräne und Kopfschmerzen:
    Einseitige und pochende Kopfschmerzen können oftmals auch die Zähne betreffen. Migränepatienten klagen häufig über sogenannte Phantomschmerzen, die sich nach dem Ziehen eines Zahnes bemerkbar machen können.
  • Kieferprobleme:
    Ein Kieferabszess oder eine „Abnutzung“ des Kiefergelenks kann ebenfalls Zahnschmerzen verursachen.

Mechanische Ursachen für Zahnschmerzen:

  • Zahnbehandlung:
    Nach einem Zahnarztbesuch sind Zahnschmerzen keine Seltenheit. Ganz egal ob es sich um eine Kariesbehandlung, eine professionelle Zahnreinigung oder ein Bleaching handelt, das Zahnfleisch und die Zähne können von der Behandlung oftmals gereizt sein. Diese Beschwerden klingen jedoch meisten sehr rasch wieder ab.
  • Zahnprothesen:
    Auch eine schlecht sitzende Zahnprothese kann eine Ursache für schmerzende Zähne sein.
  • Zähneknirschen:
    Viele Menschen knirschen mit den Zähnen, wenn sie unter Stress stehen. Dies ist jedoch eine sehr große Belastung für die Kauwerkzeuge. Nächtliches Zähneknirschen kann die Zähne massiv schädigen.
  • Zahnspangen:
    Auch eine kieferorthopädische Behandlung kann Zahnschmerzen verursachen. Dies ist bis zu einem bestimmten Grad völlig normal. Eine schlecht sitzende Zahnspange kann jedoch langanhaltende Schmerzen verursachen. In einem solchen Fall sollte ein Kieferorthopäde aufgesucht werden, um die Spange neu einzustellen.

Der Genuss bestimmter Lebensmittel kann ebenfalls Zahnschmerzen verursachen. Sehr süße, kalte oder heiße Nahrungsmittel können vor allem schmerzempfindlichen Zähnen stark zusetzen. Aber auch säurehaltige Lebensmittel wie Früchte oder Salatdressings können zu Schmerzen führen.

Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Zahnschmerzen können von diversen Ursachen hervorgerufen werden. Aus diesem Grund gibt es auch eine Vielzahl an Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten. An erster Stelle steht immer eine zahnmedizinische Untersuchung.

Wenn Karies die Ursache für die Schmerzen ist, muss der Zahnarzt die betroffene Stelle vorsichtig aufbohren, den Zahn behandeln und ihn anschließend mit einer Füllung verschließen. Liegt eine Parodontitis vor, befreit der Arzt die Wurzel- und Zahnoberflächen von Plaques und Verunreinigungen. Ist der Zahn Nerv beschädigt oder entzündet, ist eine Wurzelbehandlung häufig die beste Lösungsvariante.

Sehr viele Menschen haben Angst vor dem Gang zum Zahnarzt. Dank äußerst wirksamer Betäubungsmittel spüren Patienten heutzutage jedoch kaum mehr was von der zahnärztlichen Behandlung.

Zahnschmerzen können in einigen Fällen auch mit Schmerzmitteln behandelt werden. In diesem Zusammenhang ist es jedoch sehr wichtig, die Dosierung genau zu beachten: Vor allem bei Kindern, Jugendlichen, schwangeren Frauen und älteren Menschen muss besonders achtsam vorgegangen werden.

Zahnschmerzen wirksam vorbeugen

Zahlreiche Zahnschäden und Entzündungen lassen sich durch eine sorgfältige Mundhygiene und Pflege wirksam vorbeugen.
Mit folgenden Maßnahmen tun Sie Ihrem Mund und Ihren Zähnen etwas richtig Gutes:

  • Putzen Sie zwei Mal am Tag Ihre Zähne – vom Zahnfleisch in Richtung Zahn.
  • Verwenden Sie regelmäßig Mundwasser.
  • Verwenden Sie regelmäßig Zahnseide zum Reinigen der Zahnzwischenräume.
  • Verwenden Sie bei Kampfsportarten wie beispielsweise Boxen einen Zahnschutz.
  • Essen Sie möglichst wenige zuckerhaltige Lebensmittel und schränken Sie auch den Genuss bestimmter Obstsorten ein: Bananen enthalten beispielsweise viel Fruchtzucker, der bei übermäßigem Verzehr den Zähnen zusetzen kann.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Kalziumzufuhr. Bauen Sie kalziumhaltige Nahrungsmittel fest in den Speiseplan ein: Milchprodukte oder grünes Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl sind ideale Kalziumlieferanten. Sie sorgen für starke und gesunde Zähne.
  • Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt.

Das beste Mittel gegen Zahnschmerzen